Denkzettel Bienen

Bild: Todd Huffman - Lattice / CC BY 2.0

Eine Welt ohne Bienen? Das wird kein Honigschlecken…

Hätten wir keine Bienen mehr, dann wäre ein Wochenmarktbummel über den Großflecken eine ziemlich farblose Angelegenheit. Ob Äpfel, Tomaten oder Erdbeeren – etwa 85 % der Erträge im Obst- und Pflanzenbau hängen direkt von der Bestäubung durch Wild- und Honigbienen ab. Außerdem sichert der Einsatz der gestreiften Insekten die Artenvielfalt auf den Feldern, im Wald und auf Naturschutz- und Brachflächen. Bienen sind unersetzlich, kein anderes Tier und kein Mensch kann ihre Arbeit übernehmen.

Längst überfällig: Verbot von Neonicotinoiden

Bienen sind vielen negativen Umwelteinflüssen ausgesetzt: Luftschadstoffe, einseitiger Pflanzenanbau, blütenarme Landschaften und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Im Februar 2018 veröffentlichte die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eine Risikobewertung zu den sogenannten Neonicotinoiden. Die chemischen Pflanzenschutzmittel werden in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt und standen schon lange im Verdacht, Bienen zu schädigen oder sogar zu töten. In ihrem Bericht bestätigte die Efsa, dass die drei Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam höchst schädlich für Bienen und andere Bestäuber sind. Nach rund 10 Jahren Vorlauf, haben sich die Vertreterinnen und Vertreter der europäischen Mitgliedstaaten am 27. April 2018 endlich auf ein Freilandverbot dieser drei besonders bienenschädlichen Wirkstoffen geeinigt. Das ist eine gute, aber auch längst überfällige Entscheidung.

Aber auch die anderen Neonicotinoide müssen dringend verboten werden. Ich setze mich entschieden für eine deutliche Minimierung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft ein. Die Agrarchemie muss die Herausforderung annehmen und wirksame, ökologisch verträgliche Alternativen entwickeln. Nur mit Innovation und Verantwortung erreichen wir eine Neuausrichtung der Landwirtschaft hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und ökonomisch rentabel ist.

Versüßen wir auch den Stadtbienen das Leben!

Bild: wissenschaftsjahr / CC BY 2.0
Immer mehr Honig- und Wildbienen zieht es in die Städte. In den Parks, Haus- und Kleingärten, Grünstreifen und Balkonkästen finden sie ein großes und vielfältiges Nahrungsangebot. Auch die Belastung durch Pflanzenschutzmittel ist in der Stadt geringer als auf dem Land. Ganz im Sinne von guter Nachbarschaft können wir also auch unseren

Neumünsteraner Bienen unter die Flügel greifen.

Wer einen eigenen Garten hat, kann ein Insektenhotel für Wildbienen aufstellen und besonders bienenfreundliche Blühpflanzen anpflanzen. Auch auf dem Balkon kann man natürlich solche Bienenoasen einrichten. Das tut dem Ökosystem gut und sorgt für gute Ernten im Garten und auf dem Balkon.

 

Zum Weiterdenken: